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LostPotties


Autor


Name
Guido Dunkel

Adresse


Lisztstrasse 3
49124 Georgsmarienhütte

Tel/Mail


0541/48244
guidodunkel-web.de

an verlassen Orten in alleingelassenen Gebäuden gibt es sie noch

LOSTPOTTIES


sie träumen leise


Sie träumen leise vor sich hin, werden kaum beachtet.
Stille Örtchen, die mehr Geschichten erzählen könnten,
als manch einer wohl von ihnen hören möchte.
Und dabei handelt es sich nicht zwingend um längst Vergangenes.

Hier liebevoll Lost Potties genannt, dürfen diese verlassenen Töpfchen noch ein wenigweiterleben, und vielleicht die ein oder andere phantasievolle Erinnerung wecken.

Die Idee

Die Idee entstand, als nach einiger Zeit und vielen Besuchen von verlassenen Orten auffiel, dass es egal wo man sich befindet immer irgendwo eine Toilette gibt. Diesen Potties, wie sie hier liebevoll genannt werden, sollte man eine besondere Aufmerksamkeit schenken, dass war die Idee, hier ist das Ergebnis. Etwas skurril, das gebe ich zu. Daher kam ich später auf den Gedanken, etwas über die Geschichte des Aborts hinzuzufügen.

Einfach etwas Wissenswertes über ein Möbelstück,
auf dem wir Menschen in unserem Leben ca. 1 Jahr verbringen.

BEGRIFFSHERKUNFT

Toile ist französisch und bedeutet Tuch, mit welchem man sich früher beim Verrichten seiner Notdurft vor Blicken abgeschirmt haben soll. Lokus stammt aus dem lateinischen locus necessitatis, was soviel heißt wie: Ort der Notdurft. Aus dem englischen closet wurde im deutschen kurzerhand das Klo.
Heute gibt es eine Menge umgangssprachliche Bedeutungen für das stille Örtchen, welche unter anderem die intimen Gefühle von uns Menschen beschreiben, siehe Thesaurus ganz unten auf dieser Seite.
Im Übrigen sagt man heute auch NullNull oder 00, was darin liegen soll, dass die Toilette als erster unbuchbarer, durchnummerierter Raum in der Nähe der Treppenhäuser von Hotels oder Gasthäusern gelegen hat. Ich bin froh, dass man aktuell in jedem Zimmer einer guten Pension seine eigene Latrine (lat. waschen/baden) vorfinden kann.

Geschichte

Hüte Dich auf die Straße zu kacken
sonst wird Dich Jupiters Zorn treffen.

GRAFFITI AUS POMPEJI

So soll es in der Tat gewesen sein, also nicht das mit dem Zorn des Jupiter, sondern das mit der Straße. Erst ab einem gewissen sozialen Stand wurde das heimliche Gemach in die eigenen Räume verlegt. Vorher wurde die Notdurft auf Feldern oder in Löchern im Boden verrichtet. Aus dieser Gemeinsamkeit in sog. Latrinen wurde so ein geselliges Ereignis. Im alten Rom sollen diese Gelegenheiten zu Geschäften genutzt worden sein, woher wohl auch die gleichnamige Redensart stammt. Einfache Leute nutzten nach wie vor alle öffentlichen Möglichkeiten. Erst ab dem 18. Jhd. wurde das Geschäft zu einer privaten Angelegenheit. Sogenannte Abtrittsanbieterinnen in weiten Mänteln und Eimern zum Beispiel boten in den Straßen der Städte ihre Dienste an.

Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde öffentliches Verrichten weitestgehend verboten. Beispielsweise erbaute man öffentliche Toilettenhäuschen wie sie in Berlin, der Hauptstadt der Außenklos, auch heute noch oft zu finden sind. Das Patent für die erste wirkliche Toilette erhielt allerdings bereits im Jahr 1775 Alexander Cummings aus London, welcher zu derzeit schon den Siphon, das S-förmige Abflussrohr, anwendete. Etwa einhundert Jahre später entwickelte ein Töpfer daraus das erste Klo aus Keramik welches heute noch in vielen Variationen hergestellt wird.

Wir werden in den nächsten Jahren sicherlich noch einige Weiterentwicklungen erleben, das papierlose Dusch-WC etwa ist uns aus asiatischen Ländern längst bekannt.

Arten

Heute kennt man in der Regel den sogenannten Tiefspüler, bei dem die Notdurft in einem wassergefüllten Siphon aufgefangen wird. Gerade in öffentlichen Toiletten ist diese Bauart beliebt, da sie eine geruchshemmende Wirkung hat.
Die klassische Alternative ist der Flachspüler, dessen Vorteil das vermeidende „plumpsen“ ist. Zur Entnahme von Stuhlproben eignen sich diese Modelle besonders, weshalb sie im Gesundheitswesen häufig eingesetzt werden, sagt man. Im Grunde sind diese beiden Varianten eine Philosophie bei der Wahl für den Privathaushalt.


Die Hoch- oder Stehtoilette ist zunächst aus Frankreich bekannt, wird aber auch in asiatischen oder islamischen Ländern vorgefunden. Die Benutzung erfolgt so wie der Name es beschreibt, was durchaus für den Ungeübten abenteuerlich enden kann.

Jeder kennt bestimmt auch die offene Bauart, wie sie beispielsweise in der Bahn verwendet wird. Hierbei wird direkt ins Freie gespült. Die geschlossene Bauart hingegen muss, wie man es sich vorstellen kann, regelmäßig manuell geleert werden.

Es reihen sich einige weitere Bauarten ein, wie beispielsweise chemische oder biologische Toiletten oder andere ähnliche Variationen – und immer geht es mit den dabei entstehenden Vor- und Nachteilen um die Beseitigung oder Verarbeitung der Verschmutzung.

Beeindruckend und ebenso arbeitsintensiv finde ich die noch häufig in ländlichen Regionen Deutschlands vorzufindenden Sickergruben, die zugegeben nicht nur für den Abbau des Unrats eingerichtet werden.

und nicht zuletzt

saßen zwei Gestalten, auf nem Donnerbalken

Klopapier

Über die Hygiene und das Papier lässt sich mehr berichten als man glaubt, ist doch das Toilettenpapier für uns heute zur täglichen Gewohnheit geworden. Im Jahr 2020 habe man sich in Deutschland sogar drum geprügelt, sagt man.
Allerdings sollen die meisten Menschen auf der Welt schlicht Wasser zum Reinigen benutzen. Ebenfalls bekannt sind Fossilien wie Moos, Blätter von Pflanzen, Stroh oder ähnliches, ja sogar lebendes Federvieh. Im Königshaus oder in Familien mit Stand reinigte man sich mit Tuchfetzen oder später auch Seide. Schafswolle soll die Wahl der Schwester des französischen Sonnenkönigs gewesen sein.

Das Klopapier bietet aber auch Raum für Philosphien.

Es gibt den Falter und den Knüller und genauso wird lustigerweise auch über die Aufhäng- oder Abrollrichtung diskutiert.

Bemerkenswert

Die Welttoilettenorganisation hat den 19. November zum Welttoilettentag erklärt, erstmals in 2001.
Ziel dieser Art Organisationen oder gemeinnütziger Vereine ist es unter anderem, auf Tabus und Verdrängung aufmerksam zu machen.

Aber hauptsächlich geht es um die oft mangelnde Hygiene und somit auch die Gesundheit.

Die GTO – German Toilet Organisation – beispielsweise setzt sich für menschenwürdige Toiletten überall auf der Welt ein. Man schmunzelt vielleicht erst, merkt aber schnell wieviel Tiefgang das Thema hat. Unter dem charmanten Begriff Klobalisierung beschäftigen sich diese Art Organisationen unter anderem mit der Hygiene in Ländern in denen es keine sauberen Toiletten gibt. Immerhin 2,5 Milliarden Menschen sind betroffen und es ist mittlerweile erwiesen, dass mangelnde Hygiene beim Stuhlgang zu vielen Krankheiten und zu einer geringen Lebenserwartung führen. Daher sterben viele Kinder in jungen Jahren aufgrund von Durchfallerkrankungen. Gelingt es den Organisationen bei der Politik und Wirtschaft Gehör zu finden, stehen vielleicht in solchen Ländern bald Mittel für geeignete Toiletten zur Verfügung.

Toiletten können Leben retten!

THESAURUS

Schacht – Klo – Pott – NullNull – Donnerbalken – Töpfchen – Latrine – Abtritt – Pissoir – Keramik
Klosett – Abort – Scheißhaus – Kaiserstuhl – Kackstuhl – Pissbude – Thron – Lokus – Tö

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